geboren am 17. Mai 1946 in Gronau/Westfalen – Rockmusiker, Schriftsteller und Maler. Markenzeichen: Schlapphut (der die inzwischen lichte Rockermähne verdeckt), Sonnenbrille und seine nuschelige Sprache. Bereits als zehnjähriger zeigt Udo Sinn für rhythmisches Gefühl und unternimmt erste Trommelversuche auf Benzinfässern. Ganz der Tradition des Handwerks folgend begibt er sich 1962 auf seine Lehr- und Wanderjahre. Jazz in Norddeutschland – Ami-Club in Tripolis und Frankreich - Musikakademie in Münster.

2003_Udo_Lindenberg.jpg1968 kommt er als Tramper nach Hamburg – Job gesucht, fast Seemann geworden – entscheidet sich aber für den Einstieg bei der Folklore-Truppe „City Preachers“ 1969 gründet er seine erste Band „Free Orbit“. Seine Qualitäten als Schlagzeuger ermöglichten Lindenberg 1970 in München eine Zusammenarbeit mit dem Jazz-Saxophonisten Klaus Doldinger. Auf dem Debütalbum der von ihm gegründeten Formation Passport spielt Lindenberg 1971 Schlagzeug. Auch bei der von Doldinger komponierten Titelmusik der ARD-Fernsehserie Tatort ist Lindenberg als Schlagzeuger zu hören. Die erste LP der Jazzrockformation Emergency war 1971 kein besonderer kommerzieller Erfolg.

Udo Lindenberg ist ein politischer Mensch. Er bekennt sich zur Sozialdemokratie und trat schon auf einer Geburtstagsfeier des ehemaligen deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder auf. Er engagierte sich für die Afrikahilfe bei seiner Mitwirkung beim deutschen Beitrag Nackt im Wind für das Projekt Live Aid sowie mit dem Benefiz-Song für Afrika Grüne Mauer. Immer wieder ist er an Projekten gegen den Neonazismus beteiligt und gründete 2000 sein Projekt Rock gegen Rechte Gewalt.

Am 10. Dezember 2006 gründete er die Udo-Lindenberg-Stiftung, um sich kulturpolitisch zu engagieren, humanitäre und soziale Projekte zu unterstützen, und Hermann Hesses Dichtkunst mit moderner Musik zu verbinden. Die Stiftung fördert Nachwuchsbands mit deutschen Texten durch Wettbewerbe und richtet das Hermann-Hesse-Festival aus. Der Sänger ist außerdem bekannt durch das Tragen seines typischen Hutes und einer Sonnenbrille.

Er wohnt im Hamburger Hotel Atlantic Kempinski. Seine rauhe Stimme ist die Folge von Alkohol und übermäßigem Zigarettenkonsum. 1989 erlitt Lindenberg einen Herzinfarkt. Oft hat er mit Kolleginnen und Kollegen gemeinsame Projekte gestaltet, so mit Ulla Meinecke, Die Prinzen, Nena, Zeus B. Held (ex Birthcontrol) oder Freundeskreis, Lukas Hilbert, Mellow Mark, Jan Delay, aber auch mit ausländischen Kolleginnen wie Alla Pugatschowa (Russland), oder Sezen Aksu (Türkei). Er trat mit internationalen Künstlern wie Eric Burdon, Helen Schneider, David Bowie oder Gianna Nannini auf. Zudem ist er ein großer Bewunderer der Band Rammstein und des Jazztrompeters Miles Davis.
Lindenberg ist liiert mit der Fotografin Tine Acke.

Am 13. Januar 2011 hatte das Musical „Hinterm Horizont“ mit Liedern Lindenbergs in Berlin im Theater am Potsdamer Platz Premiere. Der Handlung liegt die Liebesgeschichte zwischen ihm und dem besungenen „Mädchen aus Ostberlin“ zugrunde.  

Lieder/Schlager: 
Wozu sind Kriege da? - Sonderzug nach Pankow - Horizont - Der Generalsekretär - Ich lieb’ dich überhaupt nicht mehr - Airport (Dich wiederseh’n…) - Ein Herz kann man nicht reparieren - Geh nicht weg - Club Der Millionäre - Panik-Panther - You Can’t Run Away -  Wunder geschehen (mit Nena) - Hallo Angie, das merkel ich mir - Im Arsch - Wenn du durchhängst - Ganz anders - Was hat die Zeit mit uns gemacht -

Auszeichnungen:

  • 1960: „Nordwestdeutsches Jazz-Jamboree“: 1. Preis als Schlagzeuger
  • 1989: Bundesverdienstkreuz
  • 1992: Echo (Lebenswerk)
  • 1993 und 1997: Goldene Stimmgabel
  • 2000: Goldene Europa
  • 2003: Paul-Lincke-Ring
  • 2004: Frankfurter Musikpreis
  • 2004: Goldene Henne „Rockpoet der Einheit“
  • 2004: „Pioneers of Pop“-Award auf dem SWR3 New Pop Festival
  • 2005: Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon in Bremen
  • 2006: Eins Live Krone (Lebenswerk)
  • 2007: Carl-Zuckmayer-Medaille
  • 2008: Comeback des Jahres
  • 2009: Goldene Kamera für sein musikalisches Lebenswerk
  • 2009: Echo
  • 2009: Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis)
  • 2010: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 2010: Jacob-Grimm-Preis
  • 2010: Bambi (Lebenswerk)

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